Nationaler Krebsplan

Der Nationale Krebsplan (NKP) wurde im Juni 2008 vom Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit (BMG) ins Leben gerufen. Die drei Initiatoren der NKP sind die Deutsche Krebshilfe (DKH), die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT). Im NKP wurden zunächst 4 Handlungsfelder aufgestellt, in denen ein dringlicher Handlungsbedarf gesehen wird:

  • Handlungsfeld 1: Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung
  • Handlungsfeld 2: Weiterentwicklung der onkologischen Versorgungsstrukturen und der Qualitätssicherung
  • Handlungsfeld 3: Sicherstellung einer effizienten onkologischen Behandlung
  • Handlungsfeld 4: Stärkung der Patientenorientierung/Patienteninformation.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) sowie der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und der Deutschen Krebshilfe (DKH).

  • Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz
  • Querschnitts-AG Dokumentation

Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG)

Am 09. April 2013 ist das Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister (Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG)) in Kraft getreten.

Das KFRG folgt den Umsetzungsempfehlungen des Nationalen Krebsplans, in dem es die Rahmenbedingungen zur Durchführung organisierter Früherkennungsprogramme im Bereich Darm- und Zervixkarzinom regelt. Zudem legt es, die Einrichtung regionaler klinischer Krebsregister, die als fachlich unabhängige Einrichtungen alle wichtigen im Verlaufe einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung anfallenden Daten erfassen, in allen Bundesländern fest.
Durch das Gesetz werden u.a. einheitliche Voraussetzungen für die Erfassung des gesamten Behandlungsverlaufs von Krebspatienten einschließlich des Behandlungsergebnisses, sowie für die Darstellung der Ergebnisqualität geschaffen.

Am 18. Juli 2013 fand in Regensburg eine Auftaktveranstaltung zur Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) - Von der Praxis für die Praxis - erfolgreiche Etablierung klinischer Krebsregister statt. Ziel dieser Auftaktveranstaltung war es, erforderliche nächste Schritte der mit der Umsetzung betrauten Organisationen zu benennen und miteinander abzustimmen. mehr ...

Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG)

Förderkriterien der Deutschen Krebshilfe

Der Investitionsbedarf für den Aufbau flächendeckender klinischer Krebsregister wird von der Deutschen Krebshilfe e.V. mit 7,2 Millionen Euro unterstützt. Die DKH veröffentlichte am 23.12.2013 einen entsprechenden Leitfaden für die Antragstellung zum Erhalt der Finanzierung. Nähere Informationen zu Abgabefristen und Kontakte finden Sie hier.

Unterstützung bei der Umsetzung von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und dem Kooperationsverbund Qualitätssicherung durch Klinische Krebsregister (KoQK)

Der Kooperationsverbund Qualitätssicherung durch Klinische Krebsregister (KoQK) hat den Ländern angeboten, sie bei der Erarbeitung der erforderlichen Regelungen zur Umsetzung des KFRG fachlich zu unterstützen. Hierzu wurde ein Arbeitspapier entwickelt, das als Beratungsunterlage für Gespräche zwischen Fachleuten aus dem Bereich der Krebsregistrierung und Vertretern der Länderministerien, sowie des GKV-Spitzenverbandes über die erforderlichen Festlegungen für Fördervoraussetzungen und landesrechtliche Bestimmungen dient.

Der Vorstand des KoQK hat ein datenschutzrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben, das die im KFRG enthaltenen Vorgaben und Hinweise für die dem Landesrecht vorbehaltenen datenschutzrechtlichen Regelungen beleuchten und den Ländern als Hilfestellung für die zwischen ihnen abzustimmenden datenschutzrechtlichen Regelungen dienen soll.

Dazu wurde in weiterer Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Bereich der Krebsregistrierung, auf Anregen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), das Gutachten zum besseren Verständnis um ein Datenflussmodell ergänzt. Dieses integriert wesentliche Kernforderungen des Gutachtens und berücksichtigt die gewachsenen Strukturen klinischer und epidemiologischer Krebsregistrierung. Darüber hinaus erstellte der KoQK Vorstand ein Fallbeispiel nach Datenflussmodell, um die Prozesse noch genauer darzustellen und zu veranschaulichen.

Querschnitts-AG Dokumentation

Bei der Ausarbeitung der vier Handlungsfelder des NKP ergaben sich viele Dokumentationserfordernisse, die zur Gründung der Querschnitts-AG Dokumentation unter der Leitung von Frau Dr. Klinkhammer-Schalke und Herrn Dr. Hentschel führte, berichtet Herr Prof. Hofstädter.

Die Empfehlungen dieser AG wurden in den Umsetzungskatalog des Gesundheitspolitischen Umsetzerkreises (GEPUK) aufgenommen. Auf Grundlage der von der Querschnitts- AG entwickelten Empfehlungen haben sich BMG und Normgeber in ihrer Gemeinsamen Erklärung vom 08.02.2012 dazu verpflichtet, an der Entwicklung einer datensparsamen einheitlichen Tumordokumentation mitzuwirken und die in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich bereits bestehenden sowie ggf. beabsichtigten neuen Dokumentationsverpflichtungen einer Prüfung aufgrund vorgegebener Fragen zu unterziehen.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) hatte sich seit der Initiierung des (Nationalen Krebsplans (NKP) intensiv in die NKP-Arbeitsgruppe 2: "Versorgungsstrukturen und Qualitätssicherung" eingebracht.

Erste Ergebnisse wurden auf der 1. Nationalen Krebskonferenz am 23.06.2009 in Berlin vorgestellt.

Die AG 2 kam zu dem Ergebnis, dass zwischen dem Aufbau neuer Versorgungsstrukturen, der Weiterentwicklung und Implementierung von Leitlinien und dem sektorenübergreifenden Monitoring der Ergebnisse durch klinische Krebsregistrierung ein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Dementsprechend wurde das Zielepapier 8 zum Thema "Aussagekräftige onkologische Berichterstattung für Leistungserbringer, Entscheidungsträger und Patienten" vorrangig bearbeitet, konsentiert und als erstes Zielepapier fertiggestellt.

Es fordert vier Ziele und schlägt Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele vor:

  1. Schaffung gesetzlicher Finanzierungsregelungen für den flächendeckenden Auf- und Ausbau klinischer Krebsregister mit definierten Einzugsgebieten
  2. Schaffung präziser einheitlicher datenschutzrechtlicher Rahmenbedingungen
  3. Verbesserung der Vergleichs- und Rückmeldemechanismen von Qualitätsergebnissen an die Leistungserbringer
  4. Vereinheitlichung der Datensätze und Datensparsamkeit

Die beiden ersten vorgeschlagenen Maßnahmen richten sich an die Politik. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat deshalb ein Gutachten zur Aufwand-Nutzen-Abschätzung klinischer Krebsregister eingeholt und Gespräche zwischen dem KoQK-Vorstand und Datenschützern auf Bundes- und Länderebene vermittelt.

Bei der Umsetzung der Aufgaben 3 und 4 sind die KKR selbst gefragt. Gemeinsam mit Leistungserbringern, Versorgungsträgern, Fachgesellschaften und Herstellern von Krankenhausinformations- und anderen Dokumentationssystemen wurde ein einheitlicher onkologischer Basisdatensatz erarbeitet.